Unsere Kirche

Evang. Bartholomäus Kirche

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

wenn Sie durch das große Tor zwischen den beiden Eschen auf den Kirchhof treten und dann den Blick am Kirchturm hinaufwandern lassen, so entdecken Sie oberhalb des Zifferblattes ein kleines zweigeteiltes Rundbogenfenster. In der Epoche der Romanik wurden solche Doppelarkaden-Fenster in die Turmstuben eingebaut und mit der typischen Mittelsäule versehen. Das Fenster dient als Klangarkade, durch das Geläut unserer Glocken dringt.

Die breitwandige Form des Kirchturmes, weist es uns zurück in die Zeit der Romanik, in die Jahre zwischen 1100 bis 1200 n. Chr. Der Zweck des Kirchturms war zu Beginn auch ein politischer, denn als Kirchenburg diente der massive Turm zum Schutz und als Rückzugsort für die Bürger des kleinen Ortes Laubenhart, z.B. bei Überfällen durch Raubritter. Doch die politische Dimension des Turmes, eröffnete den Menschen sicher auch eine religiöse Erfahrung. 

Der Chorraum

Der Chorraum

Das Baudatum des heute sichtbaren und an den Turm angefügten spätgotischen Chores ist das Jahr 1510. Es ist in der mittleren Konsole, in die das Kreuzrippengewölbes ausläuft, nachzulesen.Damals gehörte Bartholomä und das Patronatsrecht über die Kirche den Grafen von Rechberg (Weißensteiner Linie) unter deren Ägide wohl der Chorraum erstellt wurde. So entstand ein größerer Gottesdienstraum für die gewachsene Gemeinde.    

Kanzel

Kanzel mit Kruzifix

Das Kirchenschiff birgt drei Kleinodien, da ist zunächst einmal die Kanzel. Ihre Platten wurden von Wilhelm Fehrle geschaffen, direkt nach dem 2. Weltkrieg. Bezahlt wurde Fehrle für diese Kunst-werke mit Naturalien, mit Kartoffeln und Speck statt mit Geld.

"Zum Dank für die Bewahrung der Gemeinde, während der 6 Kriegsjahre diese Kanzel in Auftrag gegeben. Von links nach rechts sieht man auf dem drei Platten: Geburt Jesu, Jesus in Gethsemane und die Auferste­hung Christi. Auf der ersten Platte vom Hirten der seine Kappe zum Gruße hebt, von Josef der mit einer Handbewegung um Ruhe bittet. Das Jesuskind hält die Erdkugel in seinen Händen.

Auf der zweiten Platte vom Schlaf der Jünger, der eine Mischung aus Müdigkeit und Verzweiflung ist und von dem Engel Gottes, der dem Gottessohn einen Kelch zur Stärkung darbietet obwohl Jesus auf sein Leiden bezogen sagt: "Nimm diesen Kelch von mir" (Lk. 22,42-43). Diese Darstellung der Gethsemane-Szene mit der Umdeutung des Leideskelches in einen Stärkungskelch ist in der Kunst seit dem 15. Jahrhunderts verbreitet.

Beachten Sie auf der dritten Platte die Reaktion der Grabwächter. Zwei wenden sich entsetzt ab, aber einer öffnet sich glaubend dem Auferstehungsgeschehen. Bei der Gestaltung des Chri­stus auf dieser Platte, dürfte der Künstler einen Osterchoral von Paul Gerhardt im Gedächtnis gehabt haben, in dem es heißt: "Er (Christus) war ins Grab gesenket,/ der Feind trieb groß Geschrei./ Eh man's vermeint und denket,/ ist Christus wieder frei./ Und ruft Viktoria,/ schwingt fröhlich hier und da,/ sein Fähnlein als der Held,/ der Feld und Mut erhält."( EG Nr. 112)

Oberhalb der Kanzel hängt der Kruzifixus. Dieses wunderschöne, spät­gotische Werk (16. Jahrhundert) verfügt neben dem Knebelbart (ungewöhnlich bei Christusdarstellungen) noch eine andere Besonderheit. Er hat Gelenkarme, d.h. beide Arme sind beweglich, achten sie auf die Schultern. Früher wurde in der Passionszeit nach dem Karfreitag der Christus vom Kreuz geschraubt, die Arme wurden an den Körper angelegt und dann wurde die Figur in einen Sarg gelegt. 

 

 

Das Kreuzgewölbe

kreuzgewölbe

Das Kreuzrippengewölbe an der Decke ist in seiner schwebenden Leichtigkeit eines der schönsten Bauelemente der evang. Pfarrkirche. Die drei Schlußsteine nehmen das Dreieinigkeitsmotiv auf. Ganz vorne am Altar Gott der Vater, symbolisiert durch das Auge im Dreieck. Dieses Symbol findet sich vor allem im Protestantismus und wurde seit der Barockzeit verstärkt verwendet.

In der Mitte die Taube für den Heiligen Geist (vgl. Markus 1,10) und den Chorfenstern zugewandt das Christusmonogramm. Symbolisch wurden diese Buchstaben so gedeutet, daß man den Henkel des Ro (p) als Erde ansah über der die Sonne aufgegangen ist (6 Strahlen gebildet durch das x und die Längsachse des p). Dann versteht man Christus als sol invictus, als in seiner Gnade unbesiegbare Sonne über der Erde.

Diese Schlußsteinbemalungen wurden bei der Renovierung 1930 von der Fa. Sachse und Rothmann aus Stuttgart angebracht, später überstrichen und 1995 wieder freigelegt und restauriert.

 

Die Orgel in der evangelischen Kirche Bartholomä.

Die Orgel wurde 1975 von Gebr. Link in Giengen gebaut. Die Disposition stammt von Helmut Bornefeld. 1184 Pfeifen, die längste 2,40m,  die kürzeste wenige mm, sorgen auf zweit Manualen und Pedal für den schönen Klang des Instruments. Die Pfeifen an der Front sind alle aus verschieden gefrästem Berg- und Mooreichenholz.

 

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Relief "Ermutigung zum Gespräch".

Hinter dem Taufstein hat  Biagio Friesa  1978 zum 40. Jahrestag der Reichsprogromnacht ein Terrakotta - Relief geschaffen, das dem jüdisch - christlichen Dialog gewidmet ist.

Das Relief mit dem Titel: "Ermutigung zum Gespräch".zeigt im Zentrum 3 Figuren. Links die Synagoge, die eine Bibel mit dem Davidsstern trägt und rechts die Ecclesia (Kirche) durch eine Bibel mit Kreuz in der Hand kenntlich. Diese Gegen-überstellung erinnert an die zwei Skulpturen am Westeingang des Straßburger Münsters. Auch dort stehen sich Ecclesia und Synagoge gegenüber, aber die Synagoge ist blind und geht an der Wahrheit vorbei, weil sie Christus nicht anerkennt.