Das wahre Osterwunder: Das Leben hat den Tod überwunden!

Ich finde es faszinierend, wenn ein Küken aus seinem Ei schlüpft. Rundum gut geschützt und versorgt, entsteht in etwa 21 Tagen aus einem Zellhaufen das fertige Küken. Irgendwann wird es ihm dann zu eng, und es muss seine behütete kleine Welt verlassen. Ohne zu ahnen, was auf der anderen Seite auf den gelben Federball wartet, zerbricht er die Schale. Das Küken erfährt dadurch eine nie gekannte Freiheit.
Dieser Vorgang ist für mich ein österliches Wunder!
Denn an Ostern feiern wir Christen den „Durchbruch" von Jesus Christus: Durch seinen Tod am Kreuz hat er die Mauer durchbrochen, die uns von Gott trennt. Mit seiner Auferstehung hat er den Tod endgültig besiegt und den Weg zum ewigen Leben frei gemacht. Wer dieses Gottesgeschenk annimmt und darauf vertraut, dass es auch für ihn gilt, erfährt echte Freiheit.

Das Corona-Virus jedoch hat viel Leid, Angst und Isolation weltweit über uns gebracht. Wir fühlen uns verunsichert und bedroht durch ein Virus, dass für viele schon Krankheit und Tod bedeutet/e. Wir haben Angst. Wir leben im Rückzug und sehnen uns doch nach Leben in Freiheit, Gesundheit mit Zukunft.

Diese Corona-Zeit wird zu unserer ganz persönlichen aber auch weltweiten Leidenszeit (Passion). Wir können nachempfinden, dass sich die Jünger*innen Jesu zurückzogen, versteckten, weil sie Todes-Angst hatten: Angst davor, dass Ihnen das gleiche Todesurteil drohte wie Jesus. Dabei hatte Jesus seinen Jünger*innen doch angekündigt, dass er sterben würde, aber auch, dass er vom Tod auferstehen wird. Die Jünger*innen haben es wohl überhört. So wie auch wir oft Warnungen und Vorzeichen nicht hören oder ignorieren … schließlich ist China doch weit weg.

Und wie heftig hat das Virus uns alle getroffen, uns aus unserem gewohnten Alltag, unserer Sicherheit und Freiheit herausgerissen. Plötzlich“ sind wir auf uns selbst zurückgeworfen in sozialer Distanz leben, fern von allen bisher gewohnten Formen vom Gemeinschaft – sei es in Familie, Freundeskreis, Kirchengemeinden, Vereinen, Schulen oder Arbeitsplatz. Ostern bedeutet für mich in dieser Corona-Zeit, dass wir die Auferstehungshoffnung niemals aus dem Blick verlieren dürfen. Wir haben einen Gott, der uns leitet und begleitet, der alle Wege mitgeht – auch durch dunkle Täler von Krankheit und Krisen. Der auferstandene Christus spricht: Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt (Mt. 28). In österlicher Hoffnung dürfen wir zuversichtlich nach vorne blicken und gemeinsam hoffe wir auf ein baldiges Ende dieser Pandemie, die uns so unvorbereitet getroffen hat.

Mit Worten des Apostels Paulus „Seid fröhlich als Menschen der Hoffnung, bleibt standhaft in aller Bedrängnis, lasst nicht nach im Gebet“ (Römer 12,12 GNB) wünsche ich Ihnen ein Wunderbares, hoffnungsfrohes Osterfest 2020

mit herzlichen Grüßen aus Bartholomä
Ihr Pfarrer Tino Hilsenbeck